Die Kirche St. Gertrud prägt den Norden der Essener Innenstadt seit fast 150 Jahren. Ihre Geschichte erzählt von Bau und Zerstörung, von Wiederaufbau und nun von einem neuen Kapitel als Ort für Kunst, Kultur und Bildung.
Zwischen 1872 und 1877 entstand nach Plänen des Architekten August Rincklake eine dreischiffige neugotische Hallenkirche mit einem 75 Meter hohen Turm. Geweiht ist sie der heiligen Gertrud von Nivelles. Über Jahrzehnte war die Kirche ein fester Bezugspunkt im Leben des Viertels und ein Zentrum der Begegnung.
Am 5. März 1943 wurde St. Gertrud bei einem Luftangriff schwer getroffen. Vom ursprünglichen Bau blieben nur der Hauptturm und die Außenmauern erhalten. In den Jahren danach baute der Essener Architekt Emil Jung die Kirche in vereinfachter Form wieder auf. Mit der Altarweihe am 28. März 1955 durch den Kölner Erzbischof Kardinal Josef Frings war der Wiederaufbau abgeschlossen.
Im Zuge des Pfarreientwicklungsprozesses fiel bereits 2018 die Entscheidung, den Standort aufzugeben, da die aktive Gemeinde über die Jahre deutlich kleiner geworden war. Am 22. Juni 2025 feierte Bischof Franz-Josef Overbeck gemeinsam mit der Gemeinde die letzte Heilige Messe in St. Gertrud. Pastorale Angebote und Verwaltung der Pfarrei sind seither rund um den Essener Dom angesiedelt.
Die letzten Tagen im Kirchenbetrieb am 6. Mai 2025
Die letzten Tagen im Kirchenbetrieb am 6. Mai 2025
Begleitheft zur Profanierungsmesse am 22. Juni 2025
2025 gingen Kirche, Pfarrhaus und das Friedrich-Uerlichs-Haus an die Gertrudis GmbH & Co. KG über, die gemeinsam mit dem gemeinnützigen Publik e.V. ein Zentrum für Kunst, Kultur und Bildung schafft. Aus St. Gertrud wurde TRUDI, die Kreativ Kathedrale und das Herz des Kreativ Campus Essen City.Nord. Als Ankermieter zog die Hochschule der bildenden Künste Essen ein. Weil das Gebäude stets sorgsam gepflegt wurde, brauchte es kaum bauliche Veränderungen, um seine neue Rolle zu übernehmen.
Pressekonferenz am 19. Mai 2025 zur Kirchentransformation
Pressekonferenz am 19. Mai 2025 zur Kirchentransformation
Pressekonferenz am 19. Mai 2025 zur Kirchentransformation
Ein erstes Fotoshooting für das Stadtmagazin am 23. Juli 2025
Die Namensgeberin der Kirche, Gertrud von Nivelles (um 626 bis 659), leitete als Äbtissin das Kloster im belgischen Nivelles und galt schon früh als Heilige für viele Lebenslagen. Sie ist Patronin der Reisenden und Pilger, der Armen und der Gastlichkeit sowie der Gärtner und Gartenfrüchte. Der Legende nach vertrieb ihr Gebet eine Mäuseplage und rettete so die Ernte, weshalb sie oft mit einer Maus dargestellt wird. Gerade ihre Schutzbereiche, Gastfreundschaft, Begegnung und der Garten, klingen im neuen Leben der TRUDI auf besondere Weise nach.
TRUDI ist der liebevolle Kurzname für St. Gertrud. Er nimmt der Kirche nichts von ihrer Würde, macht sie aber nahbar und lädt ein. So steht der Name zugleich für die lange Geschichte des Ortes und für seinen offenen, einladenden Charakter heute.
So bleibt St. Gertrud, was sie immer war: ein Ort der Begegnung, heute für Kunst, Kultur und Stadtgesellschaft.
Der Umbau ist im vollen Gange am 23. Juli 25
Auch die Kleinen staunen am 25. August 2025
Die ersten Ateliers entstehen am 27. September 2025
Und auch die ersten Ausstellungen sind sehenswert
Wolfgang Müller stellt seine Bilder auf der Orgelempore aus und testet die Orgel
So macher Vortrag lockt auch immer wieder unseren Oberbürgermeister auf den Campus, wie hier beim 80-jährigen Jubiläum der FDP in Essen am 31. Januar 2026
Ein besonderes Highlight war auch das Snowdance Filmfestival Anfang Februar 2026